Hochschullehrgang Ethik unterrichten – von der Theorie in die Praxis

Dauer: 24 Tage (mit Onlinephasen)
ECTS: 15
Start: offen

Zielgruppe

Lehrpersonen, mit einer 3-jährigen Berufserfahrung, die bereits an mittleren land- und forstwirtschaftlichen Schulen unterrichten und den Unterrichtsgegenstand Ethik lehren bzw. lehren werden.

Kurzbeschreibung

Der Hochschullehrgang möchte Lehrer*innen, die den Unterrichtsgegenstand Ethik an mittleren land- und forstwirtschaftlichen Schulen unterrichten bzw. unterrichten werden, einen Überblick geben, mit welchen Themengebieten sich die Ethik beschäftigt und wie diese im Unterricht umgesetzt werden können. Ein umfassendes Theorieangebot wird mit praktischen Beispielen und Übungen untermauert.

Kooperation

Der Hochschullehrgang ist eine Kooperation der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, der pädagogischen Hochschule Niederösterreich und dem Land Niederösterreich.

Lehrgangsarchitektur und Learning Outcomes

  • Was ist Ethik?
  • Was ist Moral?
  • Aufgaben der Ethik
  • Grundpositionen der Ethik / Menschenbilder
  • Typen normativ-ethischer Theorien
  • Antike und moderne Ethik
  • Tugendethik
  • Woher kommen Tugenden?
  • Gut und Böse
  • Gesinnungsethik
  • Glücksethik
  • Hedonismus / Eudaimonia
  • Grundlegende Haltungen und Einstellungen der Lehrperson im Ethikunterricht
  • Didaktik des Ethikunterrichts
  • Werkzeuge ethischen Fragens und Argumentierens
  • Umgang mit Texten
  • Dilemmata / Entscheidungsfindung
  • Gedankenexperimente
  • Bildungsauftrag
  • Kompetenzorientierung im Ethikunterricht
  • Methoden- und Materialvielfalt
  • Das Wahre, Gute und Schöne
  • Harmonie / Ideopragie
  • Deontologische Ethik / Pflichtethik: Der kategorische Imperativ
  • Absolute Pflichten – absolute Rechte
  • Prinzipienmonismus vs. Prinzipienpluralismus
  • Weltreligionen
  • Religionsethik
  • Säkularismus
  • Konsequenzialistische Ethik
  • Utilitarismus / Nutzenmaximierung
  • Existenzielle Fragen
  • Beginn und Ende menschlichen Lebens
  • Suizid
  • Vielfalt und Identitätspolitik
  • Ethische Dimensionen der Lebenswelten
  • Verantwortung von Individuen und Gemeinschaften
  • Definition einer Landwirtschaftsethik in Abgrenzung zu anderen Bereichsethiken
  • Die gesellschaftlichen Erwartungen an die Landwirtschaft aus ethischer Perspektive inklusive Klärung sozialer Phänomene wie „sozial erwünschte Antworten“ oder „Consumer-Citizen-Gap“
  • Anthropozentrische, pathozentrische, biozentrische und holistische Konzepte der Ethik
  • Umwelt und Klima als moralische Probleme inklusive Klärung zentraler Begriffe wie Basic-needs-Argument, moralischer Eigenwert, intrinsischer Wert, inhärenter Wert, moralische Gemeinschaft, „Heuristik der Furcht“, Biofakte
  • Die besondere Verantwortung für Tierschutz und Tierwohl
  • Normative ideengeschichtliche Vorstellungen rund um die Landwirtschaft (wie die „Romantisierung“ des Bäuerlichen oder Naturvorstellungen wie „natura lapsa“)
  • Verstehen landwirtschaftlicher Kontroversen: Differenzierung zwischen Interessen-, Wissens- und Wertekonflikte
  • Argumentationsfiguren in ethischen Landwirtschaftskontroversen
  • Kriterien der Nahrungsmittelwahl
  • Erarbeitung von didaktisch ansprechenden Fragestellungen für den Unterricht
  • Moralische Werte, Motive und moralisches Handeln
  • Der ethische Egoismus
  • Mitleidsethik
  • Gibt es moralische Wahrheit?
  • Skeptizismus
  • Ethischer Relativismus
  • Moralbegründung ohne Erkenntnisanspruch
  • Unparteilichkeit und Allgemeingültigkeit
  • Diskursethik
  • Verfahrensethik
  • Wirtschaftsethik
  • Kapitalismus
  • Konsum
  • Soziale Ordnung / Recht / Staat und Politik
  • Gerechtigkeitskonzepte / Gesellschaftsentwürfe / Egalitarismus
  • Freiheit und Verantwortung
  • Solidarität, Subsidiarität und Partizipation
  • Menschenrechte
  • Grundprinzipien der Demokratie
  • Rechtsethische Diskurse
  • Ethische Positionen der Tierethik: Anthropozentrismus, Pathozentrismus, Tierwohl-Konzepte und Tierrechts-Positionen
  • Beginn der modernen Tierethik: Jeremy Bentham
  • Klassiker der Tierethik: Peter Singer und Tom Regan
  • Aktuelle tierethische Debatten: Fleischkonsum und Tierversuche
  • Klärung der theoretischen Grundlagen: Moralischer Differenzialismus, Extensionsmodell, moralischer Individualismus
  • Die „Ethical Matrix“ – ein ethisches Diskussionsmodell
  • Erarbeitung von didaktisch ansprechenden Fragestellungen für den Unterricht
  • Sexualität, Gender und Geschlechterrollen
  • Ich, Du und Wir, soziale Gemeinschaften, Idole und Vorbilder, Kollektive Identitäten
  • Diversität und Identität
  • Familie, Freundschaft
  • Umgang mit dem Fremden und dem Anderen
  • Philosophie der Technik und Technikfolgenabschätzung
  • Digitalität / Social Media
  • Umgang mit und in sozialen Medien
  • Mobbing / Cybermobbing
  • Ethische Fragen im Umgang mit Information und Daten
  • Wahrheit und Fake News
  • Homo digitalis?
  • Transhumanismus
  • Künstliche Intelligenz
  • „Gesundheit“ und „Krankheit“ als existenzielle / sozial konstruierte / empirische / normative / analytische Konzepte
  • Umgang mit Behinderung
  • Spiritual Care, Ethik des Alterns, Sterben in Würde, Sterbebegleitung, Sterbehilfe
  • Aufgaben der Medizin zwischen Heilen, Verbessern (Enhancement) und Wunscherfüllung
  • Fortpflanzungsmedizin: reproduktive Autonomie, Schwangerschaftsabbruch und moralischer Status von Föten und Embryonen
  • Gentherapie, Genmanipulation und Eugenik
  • Unsterblichkeitsphantasien auf Grundlage moderner Technik
  • Sportethik, Selbstoptimierung, Doping
  • Verteilung von Ressourcen im Gesundheitswesen
  • Flucht und Migration
  • Rassismus
  • Empathie und Würde
  • Care Communities / Sorgekultur
  • Nachhaltigkeit als ein moralisches Problem

Voraussetzungen für die Zulassung

Die Anmeldung für den Hochschullehrgang ist nicht mehr möglich (Anmeldeschluss 27. Mai 2022).

An der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik ist kein sDAV oder eDAV über PH-Online vorgesehen. Die Genehmigung der Teilnahme am Hochschullehrgang obliegt der zuständigen Dienststelle.