Universitätslehrgang Gartentherapie – Garten und Pflanzen als therapeutische Mittel

Organisation: 4 Semester berufsbegleitend
Ort: vorwiegend an der Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik
ECTS: 60
Kosten: EURO 7.500,-
Lehrgangsstart: November 2021
Abschluss: Akademische Expertin bzw. Akademischer Experte für Gartentherapie

Zielgruppe

  • Personen aus den Grundberufen der Pädagogik, des Sozialen, der Psychologie, der Medizin, der Biologie, sowie dem Gartenbau, wie zum Beispiel: Ärzte und Ärztinnen, Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen, Ergotherapeuten und Ergotherapeuten*innen sowie Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, Altenpfleger*innen
  • Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung mit pädagogischem, sozialem oder psychologischem Schwerpunkt: Pädagogen und Pädagoginnen, Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen, Kleinkind- und Hortpädagogen und -pädagoginnen, sowie Psychologen und Psychologinnen

Kurzbeschreibung

Die Gartentherapie umfasst den zielgerichteten Einsatz der Natur zur Steigerung des psychischen und physischen Wohlbefindens der Menschen. Neben medizinischen Therapiegründen (z. B. Behinderungen, Demenz, Morbus Alzheimer) sind es zunehmend gesellschaftlich und sozial bedingte Krankheitsbilder (z. B. Depressionen, Traumatisierungen), die neben den klassischen Behandlungsmöglichkeiten den Einsatz neuer therapeutischer Strategien sinnvoll erscheinen lassen. Sowohl bei der Betreuung von Kindern und Jugendlichen, psychosomatisch und psychiatrisch Erkrankten, geriatrisch oder demenziell veränderten Menschen oder bei der Rehabilitation Suchtkranker verzeichnet die Gartentherapie große Erfolge und stellt eine ganzheitliche Ergänzung oder Alternative zu herkömmlichen therapeutischen Strategien dar.

In diesem Universitätslehrgang lernen Sie

Die Teilnehmenden erwerben durch diese Weiterbildung wissenschaftlich und praktisch fundiertes Expertenwissen zum Thema „Gartentherapie“ und …

  • erlernen gartenbauliche Grundlagen
  • setzen sich mit den unterschiedlichen Einsatzbereichen der Gartentherapie auseinander
  • lernen Krankheitsbilder im Kontext der Gartentherapie kennen
  • beschäftigen sich mit den Wirkungen von gartentherapeutischen Maßnahmen
  • lernen die rechtlichen Rahmenbedingungen der Gartentherapie kennen
  • bekommen einen Überblick über die Anwendungsgebiete der wichtigsten Gartentherapie in der naturwissenschaftlich orientierten Schulmedizin sowie in diversen Therapiekonzepten
  • setzen sich mit der Bedeutung und Wirkung von Gartentherapie für unterschiedliche Zielgruppen auseinander
  • kombinieren vorhandenes Fachwissen und erlerntes Wissen und setzen es vor dem Hintergrund ihrer beruflichen Profession ein
  • lernen wertschätzend und orientiert an ihren Klientinnen und Klienten zu kommunizieren und Gartentherapieeinheiten professionell zu gestalten.

Der Universitätslehrgang wird vom Zentrum für Weiterbildung und Drittmittelprojekte gemäß dessen AGB in der jeweils aktuell gültigen Fassung angeboten.

Ablauf

Die Studiendauer beträgt 4 Semester und wird in Kooperation mit der Donau Universität Krems berufsbegleitend an 16 Lehrgangswochenenden durchgeführt. Eine 4-wöchige Praxis ist ebenfalls verpflichtend.

 

Abschluss

Akademische Expertin/Akademischer Experte für Gartentherapie

Kooperation

Der Universitätslehrgang wird in Zusammenarbeit mit der Universität für Weiterbildung Krems (Donauuniversität Krems) durchgeführt.

Lehrgangsarchitektur und Learning Outcomes

  • Beziehung Umwelt – Natur
  • Grundkenntnisse der Botanik und Bodenkunde
  • Grundlagen der Genusspflanzen
  • Gartenbauliche Praxis 1 und 2
  • Wahrnehmung der Umwelt
  • Pflanzenschutz
  • Grundlagen Zierpflanzenbau und Gehölzkunde
  • Pflanzenvermehrung
  • Innenraumbegrünung; Floristik

Gärtnerische Arbeitsweise mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen; Therapiegärten – strategische Umsetzung; Das Gartenjahr im Therapiekontext; Zierpflanzen- und Gehölzkunde – Vertiefung; Praxiserfahrung

17 ECTS

Pädagogisch-psychologisches Propädeutikum; Entwicklungspsychologie; Lernerfahrung – Lerntheorie; soziale Systeme – soziologische Grundlagen; psychologische Grundlagen; Beziehung Mensch – Umwelt – Natur; Grundsätze der Pädagogik.

Psychologische Bedeutung der Gartentherapie; Vermittlungsfähigkeiten; Vermittlungstätigkeit; pädagogische Bedeutung der Gartentherapie; Arbeit mit Kindern und Jugendlichen; Heil- und Sonderpädagogik; Arbeit mit alternden Menschen; Emotionalität und Gefühle; Gesundheitspsychologie; Sozialpsychologie; angeleitete Praxis; Psychohygiene; pädagogischer Einsatz von Natur und Pflanzen – Vertiefung; Projektarbeit; Psychohygiene.

9 ECTS

Medizinische und pflegerische Grundlagen der Gartentherapie; Gesundheit: Förderung und Prävention; Krankheitsbilder-Pflegefelder; Pflegediagnostik; Leben und Sterben in der Institution; Neurologie; Psychiatrie; Orthopädie.

Ökonomie und Sicherheit in der Gartentherapie; Rolle der Natur und Umwelt in der Heilkunde; Therapieraum Garten; Garten-Raum für Mitarbeiter*innen; Qualitätskriterien; Pädiatrie und Behinderung; Zusammenarbeit im Rehabilitationsteam; Evaluierung; Ansprüche an Therapieeinrichtungen.

11 ECTS

Ergotherapeutischer Zugang zur Gartentherapie; Rahmenbedingungen für die Gartentherapie; Modelle zur Handlungsfähigkeit; Tätigkeitsanalysen; Einsatz in der Gartenarbeit: Pädiatrie, Behinderung, Geriatrie, Onkologie, Neurologie, Psychiatrie, Orthopädie; der Therapiegarten aus ergotherapeutischer Sicht; Konzepte aus unterschiedlichen Fachbereichen der Gartentherapie.

5 ECTS

Gartentherapeutisches Propädeutikum; Präsentation, Öffentlichkeitsarbeit; Aufbau von Therapieeinheiten; Umwelt- und Naturschutz; Aspekte der Individualität, Biographiearbeit; Soziales Umfeld; Gartentherapie im internationalen Kontext; Forschung und Gartentherapie; Rechtliche Grundlagen; Berufsprofile und  Wege in die Selbständigkeit; Beziehung und Umwelt, Grundlagen wissenschaftlichen Arbeitens.

4 ECTS

8 ECTS

6 ECTS

Voraussetzungen für die Zulassung

  • Grundberufe der Pädagogik, des Sozialen, der Psychologie, der Medizin, der Biologie, sowie dem Gartenbau, wie zum Beispiel: Ärzte und Ärztinnen, Physiotherapeuten und Psychotherapeutinnen, Ergotherapeuten und Ergotherapeutinnen sowie Gesundheits- und Krankenpfleger*innen, und Altenpfleger*innen
  • Personen mit abgeschlossener Berufsausbildung mit pädagogischem, sozialem oder psychologischem Schwerpunkt: Pädagogen und Pädagoginnen, Sozialarbeiter*innen, Sozialpädagogen und Sozialpädagoginnen, Kleinkind- und Hortpädagogen und -Pädagoginnen sowie Psychologen und Psychologinnen