NECTAR – Transformatives Lernen in Agrar- und Umweltbildung

Kategorie: Grüne Pädagogik und Schule

Partner*innen: La Bergerie Nationale, HBLFA Raumberg Gumpenstein, BSBZ Hohenems, LFS Langenlois

Das Projekt thematisiert Forschung zur Implementation transformativer Nachhaltigkeitsbildung in der Berufsbildung. Bildung für nachhaltige Entwicklung erfordert besondere didaktische Strategien, die kontroverse Motive und Paradoxien der Gegenwart aufzeigen und Ambiguitätstoleranz, Partizipation und Kritikfähigkeit fördern, um Handlungsspielräume zu öffnen. Das didaktische Konzept der ​„Grünen Pädagogik“ (z.B. Forstner-Ebhart & Linder, 2017) widmet sich diesen komplexen Anforderungen an Unterricht und zielt darauf ab, lineare Ursache-Wirkungs-Denkmuster zu durchbrechen und eine ​„transformative literacy“ (Schneidewind, 2018, S. 13) zu entwickeln, die dazu befähigt, das Zusammenwirken von Dimensionen der Nachhaltigkeit zu verstehen und entsprechend dem ​„VOPA+“ — Modell (z.B. Buhse, 2014) zu agieren. Es wird der Frage nachgegangen, welche didaktischen Aspekte in Lernarrangements individuelle Transformationsprozesse im Sinne didaktischer Rekonstruktion fokussieren (z.B. Kattmann et al., 1997). Lehrende stehen bei beruflicher Nachhaltigkeitsbildung vor den Herausforderungen, Einstellungen und Handlungsmuster mehrperspektivisch hinterfragen zu lassen und Aporien Raum zu geben. Die situative und soziale Rahmung von Lernarrangements ist zentral: „…dies bedeutet, dass Didaktik sich sehr viel stärker […] mit den Vorstrukturen der lernenden Subjekte, ihrer biografischen Geprägtheit und autoreferenziellen Geschlossenheit auseinandersetzen muss“ (Arnold, 2012, S. 52). Erhebungen zu Vorstellungen von Lernenden sind deshalb Gegenstand von Projekten im Forschungsfeld Grüner Pädagogik. Vorstellungen der Lernenden beinhalten wesentliche Vorinformationen, um konstruktivistischen Unterricht planen zu können, damit sinnstiftende Interaktionen mit dem Fachinhalt ermöglicht werden (z.B. Kattmann, 2015). Ziel ist es, ​„transformative literacy“ zu entwickeln, die auch Werteorientierungen umfassen und zu Kompetenzen im Sinne des ​„VOPA+“ – Modells führen. Veränderungs- und Transformationsprozesse sollen somit angestoßen werden, um nach Stanszus et al. (2017, S. 7f) Verhaltensroutinen zu durchbrechen und die Einstellungs-Verhaltens-Lücke zu verringern.

 

Downloads:

Forstner-Ebhart, A., Scheuch, M. (2023). Neue Wege für zukunftsfähigen Unterricht an landwirtschaftlichen Schulen – das Erasmus+Projekt NECTAR. http://​jour​nal​.ph​-noe​.ac​.at

Forstner-Ebhart, A., Peltier, C., & Scheuch, M. (2023). New EduCation Transition in Agroecology and Rurality – NECTAR: conceptual report of the Erasmus+ project for teaching practices in France and Austria. https://www.researchgate.net/publication/373337630_New_EduCation_Transition_in_Agroecology_and_Rurality_-NECTAR_conceptual_report_of_the_Erasmus_project_for_teaching_practices_in_France_and_Austria

Dieses Projekt ist dem Institut für Unternehmensführung, Forschung und Innovation sowie nationale Hochschulkooperationen zugeordnet.

Schlagworte: Aktionsforschung, Grüne Pädagogik, Pädagogisches Handlungswissen, transformatives Lernen