Ökonomische Auswirkungen der GAP-Reform 2023-27 auf Milchviehbetriebe in Österreich
Am 1. Jänner 2023 beginnt eine neue Periode der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU (GAP). Der österreichische GAP-Strategieplan 2023-27 enthält zahlreiche Interventionen, um die europaweit vorgegebenen Ziele einer umweltgerechten und fairen Agrarpolitik zu erreichen. Zu den wichtigsten Elementen der GAP-Reform ab 2023 zählen die Einführung von Öko-Regelungen in der ersten Säule der GAP, eine Umverteilungszahlung für kleinere Betriebe sowie höhere Grundanforderungen für die Gewährung von Direktzahlungen. Darüber hinaus wird in Österreich ein umfassendes Agrarumweltprogramm angeboten, das noch weiter ausgebaut wird und gemeinsam mit den Öko-Regelungen eine Abgeltung von Umweltleistungen ermöglicht. Der vorliegende Beitrag analysiert die möglichen Auswirkungen dieser Reform auf fünf typische Milchviehbetriebe in Österreich, die überwiegend im Haupterwerb wirtschaften. Anhand von Modellrechnungen werden die öffentlichen Gelder in der Vorperiode mit jenen der neuen GAP-Periode ab 2023 verglichen. Darüber hinaus werden die Auswirkungen höherer Umweltstandards auf den Deckungsbeitrag analysiert. Generell lässt sich aus den Ergebnissen ableiten, dass kleine und extensiv wirtschaftende Betriebe im Berggebiet von der neuen GAP profitieren, während die Effekte für größere und spezialisierte bzw. intensivere Milchviehbetriebe aufgrund besonderer Bedingungen in den Regionen uneinheitlich sind. Tatsächlich eröffnen die zahlreichen Optionen und Zuschläge im neuen Agrarumweltprogramm den Landwirtinnen und Landwirten viele Möglichkeiten, ihre Umweltleistungen und Prämien für ihren Betrieb auszubauen und dafür entsprechende Leistungsabgeltungen zu erhalten.



