Selbstbestimmung und erlebte Wertschätzung – Eine explorative Studie zum Alltag von Frauen in der Landwirtschaft mit Empfehlungen für Bildungs- und Beratungsangebote

Autor:innen: Tina Dittenberger, Carina Linauer, Lara Paschold und Nicole Penke

Erschienen in: Von grünen Lernorten bis zur Direktvermarktung: aktuelle Beiträge zur Agrar- und Umweltpädagogik (BAND 4), 2022

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Wertschätzung und Autonomie sind – unabhängig von Geschlecht oder Beruf – Voraussetzungen für eine hohe Arbeits- und Lebenszufriedenheit. Um zu erfahren, inwieweit Frauen in landwirtschaftlichen Familienbetrieben autonom handeln können und für Ihr Handeln Wertschätzung erleben, wurden vierzehn Frauen in der Landwirtschaft mittels Leitfadens interviewt. Die Auswertung dieser Untersuchung zeigte, dass immer dann, wenn Frauen in der Landwirtschaft in Entscheidungsfindungsprozesse eingebunden werden, eigene Verantwortung- und Aufgabenbereiche übertragen bekommen und so etwas für andere Menschen Sichtbares erzeugen, sie ihr Handeln als selbstbestimmt und wertgeschätzt erleben. Gleichzeitig wirkt sich die immer noch vorhandene, traditionelle Aufgaben- und Rollenverteilung negativ auf ihre Arbeits- und Lebenszufriedenheit aus, da es vor allem die Frauen sind, die die unsichtbaren und nur wenig Autonomie ermöglichenden Tätigkeiten übernehmen müssen. Für die Weiterentwicklung von Bildungs- und Beratungsangeboten für Frauen in der Landwirtschaft ergibt sich daraus, dass Themen wie die Förderung des selbstbestimmten Handelns und des Selbstbewusstseins sowie der Umgang mit landwirtschaftlicher Technik und soziale Medien weiterhin angeboten oder da, wo sie fehlen, neu konzipiert werden sollten.

Schlagworte: Bildungs- und Beratungsangebot, Frauen in der Landwirtschaft, Selbstbestimmung, Wertschätzung