Gibt es DEN Klimawandel? Der Einfluss von demographischen Variablen auf das Framing des Konzeptes „Klimawandel“

Autor:innen: Monika Winzheim

Erschienen in: Zukunftsperspektiven, Beratungs- und Bildungsbedarfe für Umwelt, Klimawandel und Landwirtschaft (BAND 7), 2025

DOI-Link: https://doi.org/10.61056/9783706564700_5

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Der Klimawandel wird als offener Frame oder ein „grundsätzlich umstrittenes Konzept“ (Essentially Contested Concept) diskutiert, das vielfältige und widersprüchliche Interpretationen und Perspektiven zulässt. Es werden die Ergebnisse einer Online-Befragung (n=274) vorgestellt, in der untersucht wurde, welche demografischen Faktoren die individuelle Wahrnehmung, die mentalen Repräsentationen des Konzepts „Klimawandel“ und die Auseinandersetzung mit dem Klimawandel beeinflussen.

Aus der Analyse konnten Personengruppen identifiziert werden, die den Klimawandel unterschiedlich wahrnehmen. So zeigen Menschen mit höherem Bildungsgrad und urbanen Wohnorten zum Beispiel größere Besorgnis aber zugleich auch mehr Optimismus in Bezug auf die Lösbarkeit des Problems, während Personen mit ruralen Wohnorten und geringerem Bildungsabschluss den Klimawandel als stabileren, weniger bedrohlichen Prozess betrachten. Diese unterschiedlichen Sichtweisen verdeutlichen die Notwendigkeit zielgruppenspezifischer Klimakommunikation.

Tertiäre Bildungseinrichtungen können den Dialog zwischen verschiedenen Gruppen mit unterschiedlichen Klimawandel-Konzepten fördern, soziale Kohäsion stärken und Bildungssegregation entgegenwirken. Dies unterstützt langfristig eine klimapositiv agierende und resiliente Gesellschaft. Die Studienergebnisse betonen die Rolle von Bildungseinrichtungen wie die HAUP als Plattform für Austausch und nachhaltigen gesellschaftlichen Wandel, um ein gemeinsames Verständnis des Klimawandels zu schaffen.

Schlagworte: Framing, grundsätzlich umstrittene Konzepte, Klimawandel