Nachhaltigkeitsziele (SDGs) und Grüne Pädagogik im Unterricht
Nachhaltigkeitsbildung im Sinne der Agenda 2030 erfordert eine Transformation des Lehrens und Lernens, Unterricht ist neu zu denken. Vor diesem Hintergrund konzipierten Studierende in der Lehrveranstaltung „Grüne Pädagogik und BNE“ innovative Unterrichtbausteine, die mehrperspektivische Zugänge zu komplexen Themen der SDGs ermöglichen. Analoge und digitale Lern- und Lehrmittel wurden adaptiert, um systemische Zusammenhänge, aber auch Unvereinbarkeiten zwischen den einzelnen Nachhaltigkeitszielen (SDGs) für Lernende sichtbar zu machen und prospektives Lernen mit Hilfe didaktischer Prinzipien Grüner Pädagogik zu fördern. Die erstellten Unterrichtsbausteine wurden österreichweit von insgesamt sieben Schulen der Sekundarstufe im Präsenzunterricht als auch im distance-learning erprobt und anschließend von den Lehrpersonen in leitfadengestützten Telefoninterviews kommentiert und bewertet. Die Ergebnisse zeigen Unterschiede in den Einschätzungen der Priorität von Nachhaltigkeitsbildung, sie verweisen auf organisatorische Hemmschwellen für fächerübergreifenden Unterricht und mangelnde Zeitressourcen von Lehrpersonen für die Auseinandersetzung mit didaktischen Theoriekonzepten. Nach Einschätzung der Lehrpersonen fehlen Schüler*innen in selbstregulierten Lernphasen Organisations- und Elaborationsstrategien. Die soziale Rahmung Grüner Pädagogik wird von Lehrpersonen besonders geschätzt. Die Ergebnisse der vorliegenden Evaluation verweisen darauf, dass der pädagogische Blick einerseits verstärkt auf soziale und individuelle Voraussetzungen selbstregulierter Lernphasen, andererseits auf zukunftsfähige Themen in der Aus-, Fort- und Weiterbildung von Lehrpersonen zu richten ist.



