Hochschullehrgang Gewaltprävention durch Förderung der sozialen und emotionalen Kompetenz

Organisation: berufsbegleitend, geblockt
Ort: Online / Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, Wien
ECTS: 4
Kosten: Keine Teilnahmegebühren
Start: noch offen

Zielgruppe

Lehrer*innen, Berater*innen, Multiplikator*innen der schulischen und außerschulischen Bildungs-, Jugend- und Sozialarbeit und Beamt*innen des offenen und geschlossenen Strafvollzugs für jugendliche Straftäter*innen; Teile des Hochschullehrgangs werden im Rahmen der Induktionsphase für Neulehrer*innen an HBLAs anerkannt

Kurzbeschreibung

Der Hochschullehrgang hat zum Ziel, verschiedene in der Jugendarbeit tätige Berufsgruppen mit fachlichen und praktischen Werkzeugen der Gewalt- und Radikalisierungsprävention auszustatten. Die Heterogenität der Lehrgangsteilnehmer*innen und der Erfahrungsaustausch unterschiedlicher Berufsgruppen spielt eine ebenso zentrale Rolle wie die Fachexpertise langjähriger Trainer*innen aus verschiedenen Bereichen der Gewaltprävention.

Durch die Förderung der sozialen, persönlichen und emotionalen Kompetenz soll die soziale Polarisierung und gewalttätige Radikalisierung von Jugendlichen verhindert und die Zivilgesellschaft und der soziale Zusammenhalt gestärkt werden. Basierend auf den Theorien der „9 grundlegenden menschlichen Bedürfnisse“ nach Max-Neef, der Demokratie- und Partizipationsarbeit, der Konflikttransformation und gewaltfreien Kommunikation nach Galtung und Rosenberg sowie durch wissenschaftliche und tiefenpsychologische Zugänge wird die Präventionsarbeit klar verständlich und erlebbar gemacht. Dabei werden auch die aktuellen Vorurteile und Definitionen des „gewaltbereiten Extremismus“ infrage gestellt, indem alle Ausprägungsformen betrachtet werden und das Risiko einer Stigmatisierung eines bestimmten Kollektivs vermieden wird. Ein Modul widmet sich ganz dem Thema „Gewaltprävention durch Umwelt- und Waldpädagogik“, da die Methodik der Umwelt- und Waldpädagogik  wesentlich zur Identitäts- und Persönlichkeitsbildung sowie zum Ausbau der Gruppen- und Empathiefähigkeit beiträgt und dies wesentliche Elemente der Präventionsarbeit sind. Des Weiteren haben die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, sich mit wichtigen Akteur*innen der  österreichischen Gewaltpräventionslandschaft zu vernetzen und deren Arbeitsbereiche und Best-Practice-Projekte kennenzulernen. Zum Schluss des Lehrgangs erfahren die Teilnehmenden durch hilfreiche Tipps und Übungen, wie sie das Gelernte gut in ihren Job integrieren und gleichzeitig ihre persönlichen Ressourcen schützen können.

Der Lehrgang ist für alle Teilnehmenden kostenlos, da er im Rahmen des EU-geförderten Projektes „Rhizome against Polarisation“ durchgeführt wird. Übernachtungs- und Verpflegungskosten sind von den Teilnehmenden selbst zu tragen.

Ablauf

4 Module von Februar bis April 2021; berufs- und studiumbegleitend; Präsenztage und Selbststudium in Form einer Lehrgangsarbeit; Anrechnungen für Studium und individuelle Anrechnungen sind möglich

Abschluss

Nach erfolgreicher Absolvierung des Lehrgangs, der Ausarbeitung eines Gewaltpräventionsprojekt-Konzeptes sowie einer Abschlusspräsentation erhalten die Teilnehmenden ein Zertifikat, ausgestellt von der Hochschule der Agrar- und Umweltpädagogik und Südwind.

Lehrgangsarchitektur und Learning Outcomes

Dieses Modul vermittelt Grundlagen und Ursachen von Gewaltbereitschaft bei Jugendlichen, die bis zum Anschluss an gewaltbereite extremistische Gruppierungen führen kann. Die geistige Entwicklung des Menschen aus tiefenpsychologischer Sicht ist hierbei zentrales Thema. Es wird beleuchtet, welche (früh-)kindlichen Erfahrungen die Attraktivität von extremen Ideologien und Gewalt fördert. Des Weiteren wird vertiefend zu Rechtsextremismus und religiös-begründeten Extremismusformen gearbeitet.

In diesem Modul werden vielfältige Methoden und praktische Theorien, die in der Präventionsarbeit mit Jugendlichen in jedem Kontext (Gefängnis, Jugendzentrum, Schule,…) sowie im Alltag angewendet werden können, vermittelt. Fokus wird hierbei auf Methoden der Gewaltfreien Kommunikation gelegt, sowie auf Methoden der Umwelt-, Outdoor- und Waldpädagogik.

Dieses Modul dient dazu, gelernte Methoden und Theorien anhand von Fallbeispielen anzuwenden. Der Fokus für dieses Modul liegt auf praktischen Übungen und der Anwendung, um das im Lehrgang Gelernte in der Arbeit mit Jugendlichen in verschiedenen Kontexten anwenden zu können. Des Weiteren werden in diesem Modul die Präventionskonzepte vorgestellt.

Das Modul hat zum Ziel, die Inhalte des Lehrgangs anhand eines konkreten Gewalt- oder Extremismuspräventions-Projektkonzepts zu festigen. Das Projektkonzept soll so konkret ausformuliert werden, sodass lehrgangsexterne Personen das Konzept theoretisch umsetzen könnten. Des Weiteren soll die Zusammenarbeit in Kleingruppen das Netzwerk zwischen den Lehrgangsteilnehmenden fördern.